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Cholestase in der Schwangerschaft: wenn der Juckreiz nicht aufhört

11.09.2025

4 min. Lesezeit

Kurz gesagt: Die Cholestase in der Schwangerschaft ist eine Lebererkrankung, die meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt. Das Leitsymptom ist starker Juckreiz ohne sichtbaren Hautausschlag, häufig an Handflächen und Fusssohlen und besonders nachts. Für die Mutter ist die Erkrankung unangenehm, aber nicht gefährlich. Für das Kind kann sie ein Risiko darstellen, deshalb gehört anhaltender Juckreiz in der Schwangerschaft immer ärztlich abgeklärt. Nach der Geburt verschwinden die Beschwerden in aller Regel innerhalb weniger Tage.

Die Cholestase in der Schwangerschaft ist eine Komplikation im Verlauf der Schwangerschaft, die für den Fötus am gefährlichsten ist. Der Begriff Cholestase bezeichnet die Stagnation der Galle, die sowohl mit Anomalien des Gallentransports zum Gallengang als auch mit ihrer Ansammlung in den Leberzellen verbunden ist. Die Cholestase in der Schwangerschaft gehört zu den so genannten intrahepatischen Cholestasen, die durch eine abnorme Gallenausscheidung auf der Ebene der Hepatozyten verursacht wird. Sie tritt bei etwa 4% aller schwangeren Frauen auf. Typischerweise treten die Symptome einer Cholestase während der Schwangerschaft um die 30 Schwangerschaftswoche herum auf. Die häufigste Beschwerde ist Hautjucken ohne Ausschlag. Wenn Sie ein solches Symptom bemerken, melden Sie es bitte sofort Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Was bei einer Cholestase im Körper passiert

Die Leber produziert Gallensäuren, die normalerweise über die Gallenwege in den Darm abfliessen. Bei einer Schwangerschaftscholestase ist dieser Abfluss gestört. Die Gallensäuren stauen sich und gelangen vermehrt ins Blut. Dort lagern sie sich unter anderem in der Haut ab und lösen den typischen Juckreiz aus. Man geht davon aus, dass die Schwangerschaftshormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, die Gallenfunktion beeinflussen. Deshalb tritt die Erkrankung vor allem dann auf, wenn der Hormonspiegel am höchsten ist, also im dritten Trimester.

Woran Sie eine Cholestase erkennen

  • Juckreiz ohne Ausschlag. Das wichtigste Zeichen. Die Haut sieht unauffällig aus, juckt aber stark. Kratzspuren entstehen erst durch das Kratzen selbst
  • Handflächen und Fusssohlen. Typisch ist, dass der Juckreiz dort beginnt oder dort am stärksten ist.
  • Verstärkung in der Nacht. Viele Betroffene können deswegen kaum schlafen.
  • Dunkler Urin und heller Stuhl. Treten nicht immer auf, sind aber ein deutliches Warnzeichen.
  • Gelbfärbung von Haut oder Augen. Selten, aber ein Grund, sofort ärztliche Hilfe zu suchen.

Harmloser Juckreiz oder Cholestase?

Juckende Haut ist in der Schwangerschaft häufig und meist harmlos. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Einordnung, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung.

Eher harmlos Abklärung nötig
Trockene, spannende Haut am Bauch Juckreiz bei unauffälliger Haut
Sichtbarer Ausschlag oder Rötung Kein Ausschlag, trotzdem starker Juckreiz
Juckt tagsüber leicht Juckt nachts so stark, dass Schlaf kaum möglich ist
Bessert sich mit Pflegecreme Bessert sich durch nichts
Am ganzen Körper verteilt Vor allem an Handflächen und Fusssohlen

Wie die Diagnose gestellt wird

Die Diagnose lässt sich nicht am Hautbild stellen, sondern über das Blut. Bestimmt werden in erster Linie die Gallensäuren im Serum sowie die Leberwerte. Erhöhte Gallensäurewerte in Verbindung mit dem typischen Juckreiz sichern die Diagnose. Da die Werte schwanken können, wird die Messung bei unklarem Befund wiederholt.

Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aktiv auf den Juckreiz an. Er wird in der Vorsorgeuntersuchung nicht automatisch abgefragt, ist aber das entscheidende Symptom.

Behandlung und Betreuung

Die Behandlung verfolgt zwei Ziele: die Beschwerden der Mutter lindern und das Kind engmaschig überwachen.

  • Medikamentöse Therapie. Üblich ist die Gabe von Ursodeoxycholsäure. Sie verbessert den Gallenfluss und lindert bei vielen Frauen den Juckreiz.
  • Regelmässige Kontrollen. Gallensäuren und Leberwerte werden wiederholt bestimmt, um den Verlauf zu beurteilen.
  • Überwachung des Kindes. CTG und Ultraschall in kürzeren Abständen als sonst üblich.
  • Geburtsplanung. Je nach Höhe der Gallensäurewerte und Verlauf kann eine frühere Entbindung empfohlen werden. Das entscheidet das betreuende Team individuell.

Kühlende Umschläge, lockere Baumwollkleidung und eine kühle Schlafumgebung können den Juckreiz zusätzlich erträglicher machen. Sie behandeln aber nicht die Ursache.

Wann Sie nicht warten sollten

Melden Sie sich unverzüglich in Ihrer Praxis oder im Spital, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:

  • Starker Juckreiz, der länger als ein bis zwei Tage anhält
  • Gelbfärbung der Haut oder der Augen
  • Dunkler Urin zusammen mit hellem Stuhl
  • Deutlich weniger Kindsbewegungen als gewohnt
  • Oberbauchschmerzen rechts, Übelkeit oder Erbrechen

Nach der Geburt

Mit der Geburt normalisiert sich der Hormonhaushalt. Der Juckreiz verschwindet bei den meisten Frauen innerhalb weniger Tage, die Blutwerte brauchen etwas länger. Eine Nachkontrolle der Leberwerte im Wochenbett ist sinnvoll. Stillen ist möglich. In einer weiteren Schwangerschaft kann die Cholestase erneut auftreten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt deshalb frühzeitig darüber, dass Sie bereits betroffen waren.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist eine Schwangerschaftscholestase gefährlich für mein Kind?

  • Wann tritt die Cholestase auf?

  • Hilft eine Creme gegen den Juckreiz?

  • Bekomme ich sie in der nächsten Schwangerschaft wieder?

  • Kann ich trotzdem normal entbinden?

Weiterführende Informationen

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Quellen

Autor: FamiCord Suisse · Zuletzt aktualisiert am 19.10.2026 · Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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