Stammzellen
aus der Plazenta
Stammzellen aus dem Plazentagewebe: Eigenschaften, Gewinnung und Forschung
Kurz gesagt: Das Plazentagewebe ist reich an mesenchymalen Stammzellen, also jungen, teilungsfreudigen Zellen, die sich in verschiedene Gewebe entwickeln und das Immunsystem beeinflussen können. Gewonnen werden sie nach der Geburt aus dem Mutterkuchen, schmerz- und risikofrei. Ihr medizinischer Einsatz wird derzeit vor allem in der regenerativen Medizin erforscht; die etablierte Transplantationsmedizin stützt sich dagegen auf die blutbildenden Zellen aus dem Nabelschnurblut.
Was sind Plazenta-Stammzellen?
Die Stammzellen aus dem Plazentagewebe sind mesenchymale Stammzellen (auch Stromazellen genannt). Sie sind multipotent: Sie können sich in Zelltypen wie Knochen, Knorpel und Muskel entwickeln. Anders als embryonale Stammzellen sind sie nicht pluripotent. Und weil sie aus Gewebe stammen, das nach der Geburt sonst entsorgt wird, wirft ihre Gewinnung keine ethischen Fragen auf. Als junge, perinatale Zellen gelten sie in der Forschung zudem als besonders vital.
| Merkmal | Plazenta-Stammzellen |
|---|---|
| Zelltyp | Mesenchymale Stammzellen (Stromazellen) |
| Entwicklungspotenzial | Multipotent, v. a. Knochen, Knorpel, Muskel; nicht pluripotent |
| Hauptwirkung | Parakriner Effekt: Sie geben Botenstoffe ab, die Entzündungen dämpfen und Reparaturvorgänge anstossen können; immunmodulierend |
| Gewinnung | Nach der Geburt aus dem Mutterkuchen, schmerz- und risikofrei |
| Status | In Erforschung (regenerative Medizin) |
Wie Plazenta-Stammzellen wirken
Ihr Nutzen beruht weniger darauf, dass sie sich selbst dauerhaft in Zielgewebe umwandeln, als vielmehr auf den Botenstoffen, die sie abgeben, dem sogenannten parakrinen Effekt. Diese Signale können Entzündungen dämpfen und die körpereigenen Reparaturmechanismen unterstützen. Aufgrund ihrer immunmodulierenden Eigenschaften lösen mesenchymale Zellen tendenziell schwächere Abwehrreaktionen aus als viele andere Zellen, was sie für Studien interessant macht. Das ist allerdings der aktuelle Forschungsstand und noch keine zugelassene Therapie.
Gewinnung und Einlagerung von Plazenta-Stammzellen
Die Plazenta-Stammzellen werden nach der Geburt aus dem Mutterkuchen gewonnen. Für Mutter und Kind ist das schmerz- und risikofrei, denn das Gewebe wird ohnehin nicht mehr benötigt. Anschliessend wird das Material in der Schweiz ins Labor gebracht und dort unter kontrollierten Bedingungen aufbereitet. Für die Lagerung werden die Zellen schrittweise heruntergekühlt und in flüssigem Stickstoff bei rund minus 196 Grad tiefgefroren. Diese Kryokonservierung hält sie über Jahrzehnte stabil, ohne dass sie ihre Eigenschaften verlieren. FamiCord Suisse bewahrt sie in der Schweiz auf, bis sie gebraucht werden.
Etabliert oder noch in Erforschung?
Man muss zwei Dinge unterscheiden:
• Etabliert: Die Transplantationsmedizin nutzt die blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. Sie kommen bei über 80 Erkrankungen zum Einsatz, gemäss EBMT.
• In klinischer Erforschung: Mesenchymale Stromazellen aus Plazenta und Nabelschnurgewebe werden derzeit für verschiedene regenerative Therapieansätze untersucht, zum Beispiel bei Gelenk- und Knorpelerkrankungen. Erste Studien laufen, viele dieser Anwendungen befinden sich jedoch noch in der Entwicklung. Beispiele siehe Quellen (ClinicalTrials.gov).
Warum die Einlagerung sinnvoll sein kann
Plazenta-Stammzellen bringen einige echte Vorzüge mit:
• Junge, vitale Zellen: Sie stammen aus perinatalem Gewebe und vermehren sich stärker als Stammzellen von Erwachsenen.
• Einmalige Gelegenheit: Gewinnen lassen sie sich nur rund um die Geburt. Danach ist die Chance vorbei.
• Ethisch unbedenklich: Das Material würde sonst entsorgt, ein Embryo ist nicht beteiligt.
• Besondere Eigenschaften: Sie wirken immunmodulierend und können körpereigene Reparaturprozesse unterstützen. Das macht sie zu einer der am intensivsten erforschten Zellarten der regenerativen Medizin.
• Ideale Ergänzung: Zusammen mit dem Nabelschnurblut eingelagert, decken sie ein breiteres Spektrum an Zelltypen ab.
• Vorsorge für die Zukunft: Sie sichern heute wertvolles Material, das mit dem Fortschritt der Forschung an Bedeutung gewinnen kann. Alle Optionen und die aktuellen Preise: famicord.ch/optionen
Häufige Fragen
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Sind Plazenta-Stammzellen dasselbe wie embryonale Stammzellen?
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Werden sie heute schon in der Standardtherapie eingesetzt?
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Wie werden sie gewonnen?
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Kann man Plazenta-Stammzellen zusammen mit Nabelschnurblut einlagern?
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Wie lange lassen sich die Zellen aufbewahren?
Quellen
• EBMT (European Society for Blood and Marrow Transplantation) – Indikationsliste zur Blutstammzelltransplantation, ebmt.org
• Swissmedic (swissmedic.ch) und Bundesamt für Gesundheit / BAG (bag.admin.ch) – regulatorischer Rahmen in der Schweiz
• ClinicalTrials.gov – registrierte Studien zu mesenchymalen Stammzellen aus Plazenta/Nabelschnurgewebe, u. a. NCT04453111 (Kniearthrose), NCT01420432 und NCT01182662. Übersicht: clinicaltrials.gov
Autor: FamiCord Suisse · Zuletzt aktualisiert am [06.10.2026] · Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.