Stammzellen
aus der Nabelschnur
Stammzellen aus der Nabelschnur: Gewinnung, Nutzen und Einlagerung in der Schweiz
Kurz gesagt: Die Nabelschnur enthält zwei Arten von Stammzellen: hämatopoetische Stammzellen im Nabelschnurblut, aus denen das ganze Blut- und Immunsystem entsteht, und mesenchymale Stammzellen im Nabelschnurgewebe. Beide lassen sich direkt nach der Geburt schmerz- und risikofrei gewinnen und durch Kryokonservierung über Jahrzehnte einlagern. Die Blutstammzellen sind in der Transplantationsmedizin fest etabliert; die Gewebezellen werden derzeit in Studien erforscht.
Was steckt in der Nabelschnur?
Nach der Geburt bleibt in Nabelschnur und Mutterkuchen Blut und Gewebe zurück, das besonders reich an jungen Stammzellen ist. Zwei Typen sind für die Einlagerung wichtig:
• Hämatopoetische Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. Sie bilden alle Zellen des Blut- und Immunsystems und ähneln den Stammzellen des Knochenmarks.
• Mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe, der sogenannten Wharton-Sulze. Sie können sich zu Knochen-, Knorpel-, Muskel- und Bindegewebe entwickeln
Gewinnung und Einlagerung
Die Entnahme erfolgt erst nach der Abnabelung, aus dem zur Plazenta führenden Teil der Nabelschnur. Für das Kind ist der Vorgang damit vollkommen unbelastet. In der Regel übernimmt eine geschulte Hebamme die Entnahme mit einem Set, das die Eltern zur Geburt mitbringen. Danach wird das Material ins Labor gebracht, aufbereitet und durch Kryokonservierung in flüssigem Stickstoff tiefgefroren. So bleiben die Zellen über Jahrzehnte funktionsfähig.
Das Nabelschnurgewebe (Wharton-Sulze)
Neben dem Blut lässt sich auch ein kurzes Stück der Nabelschnur selbst einlagern. Darin sitzen mesenchymale Stammzellen, die sich in verschiedene Gewebearten entwickeln können und das Immunsystem beeinflussen. Ihr therapeutischer Einsatz ist noch nicht etabliert, sondern Gegenstand laufender Forschung.
Etabliert oder noch in Erforschung?
• Etabliert: Blutbildende Stammzellen aus Nabelschnurblut werden seit der ersten erfolgreichen Transplantation 1988 (Gluckman et al., NEJM 1989) bei über 80 Erkrankungen eingesetzt, darunter Leukämien, Lymphome und angeborene Immundefekte. Grundlage ist die Indikationsliste der EBMT.
• In klinischer Erforschung: Mesenchymale Stromazellen aus dem Nabelschnurgewebe werden unter anderem für regenerative Anwendungen bei Knorpel- und Gelenkerkrankungen untersucht. Erste Studien laufen, die Anwendungen befinden sich jedoch noch in der Entwicklung. Beispiele siehe Quellen (ClinicalTrials.gov).
Private oder öffentliche Einlagerung?
Bei der privaten Einlagerung stehen die Zellen exklusiv dem Kind und seiner Familie zur Verfügung. Bei einer öffentlichen Spende gehen sie in einen Pool, aus dem Patientinnen und Patienten weltweit versorgt werden. FamiCord Suisse bietet die private Einlagerung von Nabelschnurblut und optional Nabelschnurgewebe an. Alle Optionen und die aktuellen Preise finden Sie hier: famicord.ch/optionen
Nabelschnurblut
Knochenmark
Die Entnahme dauert einige Minuten während der Entbindung, ist nicht invasiv und sicher
Die Entnahme dauert einige Minuten und erfolgt unter Vollnarkose durch Punktion der Darmbeinschaufeln.
gering
Der Spender kann ein symptomfreier Träger von Viren sein, die nach der Transplantation aktiv werden, es kann auch zur Infektion kommen
Das Nabelschnurblut ist nach der Einlagerung in der Bank die ganze Zeit verfügbar und wartet auf den Empfänger
Der Spender – auch wenn er ins Register eingetragen ist – muss sich für die Bestätigung der Kompatibilität und dann für die Entnahme vorstellen
Höheres Vermehrungspotenzial
Geringeres Vermehrungspotenzial
EINFACH: Es werden 6 Transplantationsantigene geprüft, von denen 4 zwischen dem Spender und Empfänger kompatibel sein müssen
SEHR SCHWIERIG: Es werden 10 Transplantationsantigene geprüft, von denen 8 zwischen dem Spender und Empfänger kompatibel sein müssen
Das Nabelschnurblut kann einmal im Leben, während der Geburt entnommen werden
Spender kann theoretisch jede volljährige Person sein, Registrierung ist leicht und billig, problematisch ist nur das Finden eines entsprechend kompatiblen Knochenmarkspenders und seine Verfügbarkeit zu einem konkreten Zeitpunkt
Die durchschnittliche Nabelschnurblutportion reicht für einen ca. 40 kg schweren Empfänger, Portionen können miteinander, mit dem Knochenmark bzw. peripheren Blut kombiniert werden
Das von einer erwachsenen Person entnommene Knochenmark liefert viele Stammzellen, die für einen 70-80 kg schweren Empfänger reichen
Erneuerung des hämatopoetischen Systems nach der Transplantation dauert ca. 1 Monat
Erneuerung des hämatopoetischen Systems nach der Transplantation dauert ca. 2 Wochen
Häufig gestellte Fragen
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Was ist der Unterschied zwischen Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe?
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Ist die Entnahme von Nabelschnurblut gefährlich?
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Wie lange lässt sich Nabelschnurblut lagern?
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Wem können die Zellen helfen?
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Gibt es Gründe, die eine Entnahme verhindern?
Quellen
• EBMT (European Society for Blood and Marrow Transplantation) – Indikationsliste zur Blutstammzelltransplantation, ebmt.org
• Gluckman E. et al., New England Journal of Medicine (1989) – erste erfolgreiche Nabelschnurbluttransplantation (Paris, 1988)
• Swissmedic (swissmedic.ch) und Bundesamt für Gesundheit / BAG (bag.admin.ch) – regulatorischer Rahmen und Blutstammzellspende in der Schweiz
• ClinicalTrials.gov – registrierte Studien zu mesenchymalen Stammzellen aus Nabelschnurgewebe, u. a. NCT03158896 und NCT04520945. Übersicht: clinicaltrials.gov
Autor: FamiCord Suisse · Zuletzt aktualisiert am [13.10.2026] · Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was kostet die Einlagerung von Stammzellen?