Kurz gesagt: Nach der Geburt pulsiert die Nabelschnur noch einige Minuten weiter und bringt dem Kind Blut aus der Plazenta. Wird später abgenabelt, verbessert das die Eisenversorgung des Kindes in den ersten Lebensmonaten. Üblich ist heute, mindestens eine Minute zu warten. Den genauen Zeitpunkt entscheiden Hebamme und Ärztin gemeinsam mit Ihnen. Auf die Einlagerung von Nabelschnurblut müssen Sie dafür nicht verzichten: Die Entnahme erfolgt ohnehin erst nach dem Abnabeln.
Was bedeutet «auspulsieren lassen»?
Unmittelbar nach der Geburt ist das Kind noch über die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden. In den Gefässen der Nabelschnur befindet sich Blut, das noch zum Kind fliesst. Dieser Rhythmus ist als Pulsieren spürbar und kommt nach einigen Minuten von selbst zum Erliegen. Wartet man damit, die Nabelschnur zu durchtrennen, spricht man vom Auspulsieren oder vom verzögerten Abnabeln.
Warum später abgenabelt wird
Eine randomisierte Studie der Universität Uppsala hat 400 reif geborene Kinder in zwei Gruppen eingeteilt: Abnabeln innerhalb von 10 Sekunden oder frühestens nach 180 Sekunden. Untersucht wurde die Eisenversorgung im vierten Lebensmonat. Der Hintergrund: Wird zu früh abgenabelt, erhält das Kind weniger Blut aus der Plazenta, und das Risiko für eine Blutarmut steigt.
Für das Kind bedeutet späteres Abnabeln mehr Blutvolumen und bessere Eisenreserven für die ersten Lebensmonate. Deshalb ist es heute in vielen Geburtskliniken Standard, nicht sofort abzunabeln.
Wie lange dauert das Auspulsieren?
Auch beim Kaiserschnitt ist späteres Abnabeln grundsätzlich möglich und wird zunehmend praktiziert. Weil es sich um einen operativen Eingriff handelt, kann die Wartezeit aber kürzer ausfallen als bei einer vaginalen Geburt. Sprechen Sie Ihren Wunsch im Vorgespräch an, dann lässt er sich einplanen.
Auspulsieren beim Kaiserschnitt
Auch beim Kaiserschnitt ist späteres Abnabeln grundsätzlich möglich und wird zunehmend praktiziert. Weil es sich um einen operativen Eingriff handelt, kann die Wartezeit aber kürzer ausfallen als bei einer vaginalen Geburt. Sprechen Sie Ihren Wunsch im Vorgespräch an, dann lässt er sich einplanen.
Wann nicht gewartet wird
Es gibt Situationen, in denen sofort abgenabelt wird, weil anderes Vorrang hat:
- Das Kind muss unmittelbar nach der Geburt versorgt oder reanimiert werden
- Bei der Mutter treten starke Blutungen auf
- Es liegen Komplikationen vor, die ein rasches Handeln erfordern
Als Nachteil wird vor allem eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit einer behandlungsbedürftigen Neugeborenengelbsucht diskutiert. Das Geburtsteam wägt das im Einzelfall ab.
Auspulsieren und Nabelschnurblut einlagern
Viele Eltern gehen davon aus, dass sie sich entscheiden müssen: entweder auspulsieren lassen oder Nabelschnurblut einlagern. Das trifft nicht zu. Die Entnahme von Nabelschnurblut erfolgt erst nach dem Durchtrennen der Nabelschnur, aus dem zur Plazenta führenden Teil. Die Geburt verläuft genauso, als hätten Sie sich nicht für eine Einlagerung entschieden.
Der Zeitpunkt des Abnabelns bleibt damit eine geburtshilfliche Entscheidung, die Hebamme und Ärztin gemeinsam mit Ihnen treffen. Sie richtet sich nach dem medizinischen Wissensstand, dem Verlauf von Schwangerschaft und Geburt, der Gesundheit von Mutter und Kind sowie Ihren eigenen Präferenzen. Je länger gewartet wird, desto weniger Blut verbleibt allerdings in der Nabelschnur. Besprechen Sie beides vorab mit Ihrer Hebamme.
Häufig gestellte Fragen
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Wie lange dauert es, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen?
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Was würde passieren, wenn man die Nabelschnur nicht durchtrennt?
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Welche Nachteile hat die Lotusgeburt?
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Welche Nachteile hat die Nabelschnurblutspende?
Weiterführende Informationen
Rund um die Geburt vorsorgen: Stammzellen aus der Nabelschnur einlagern
Wie die Geburt abläuft: Geburtsarten im Überblick
Quellen
Deutsches Ärzteblatt, «Geburtshilfe: Nabelschnur sollte nicht zu rasch durchtrennt werden», Ausgabe 50/2011.
FamiCord Suisse, «Häufig gestellte Fragen».
Autor: FamiCord Suisse · Zuletzt aktualisiert am 27.10.2026 · Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.